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Braunschweig im September 2010.
Leonarda Deichmann ist zu Besuch beim dreijährigen Timmy.
Auf ihn passte die Betreuungskraft des Braunschweiger Bündnisses
für Familie eine Nacht lang auf, während im Krankenhaus sein
Brüderchen zur Welt kam.
Timmy, ein quirliger Blondschopf, sitzt vergnügt auf Frau Deichmanns
Schoß. Gerade berichtet er ihr von seinen Erlebnissen aus dem
Kindergarten. "Neulich zur Mittagszeit sind alle zum Ententeich
gegangen, um die Enten zu füttern, aber" entrüstet sich der kleine
Timmy, "die waren gar nicht da." "Die haben wohl Mittagsschlaf
gehalten." erwidert Frau Deichmann. "Nein, nein, zu dieser Zeit
werden sie wohl eher die Körner auf den Äckern der Bauern aufgepickt
haben, gell." fügt der Vater, in seiner süddeutschen Mundart hilfreich
hinzu.
Familie B. wohnt noch nicht lange in unserer Region. Erst vor
drei Wochen ist die kleine Familie, trotz bevorstehender Geburt
von Timmys Brüderchen, ins Braunschweiger Umland gezogen. Timmys
Vater hatte hier eine Arbeitsstelle gefunden. Nun stand die Geburt
unmittelbar bevor und Herr B. wollte seine Frau ins Krankenhaus
begleiten. Wer würde aber auf Timmy aufpassen? Normalerweise hätten
die Großeltern sich um ihren Enkel gekümmert, doch sie waren zurzeit
in Stuttgart.
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Kurzfristig hätten sie nicht vor Ort sein können. Die Familie
suchte nach einer verlässlichen Betreuungsmöglichkeit, bis die
Großeltern aus Süddeutschland eintreffen würden. Im Internet
wurde Herr B. dann schließlich fündig. Er stieß auf die Internetseite
des Braunschweiger Bündnisses für Familie.
Der gemeinnützige Verein vermittelt Betreuerinnen, die zu den
Familien nach Hause kommen, um eine Lücke im Betreuungsnetz zu
schließen. Bei einem ersten Telefonat wurde mit Frau Deichmann
verabredet, dass sie sich in der nächsten Woche bei der Familie
vorstellen sollte. Hierzu kam es aber nicht mehr.
Noch am selben Tag setzten bei Frau B. die Wehen ein, so dass die
Betreuerin des Braunschweiger Bündnisses nach kurzer Einweisung sechs
Stunden auf Timmy aufpasste, bis die Großeltern um zwei Uhr
nachts in Cremlingen-Schandelah vor der Tür standen.
Mittlerweile ist es spät geworden, eine Freundin der Familie ist
gekommen. Timmy, vertieft in sein Spiel mit Spielzeugautos, sitzt
auf dem Fußboden. Ihm fällt gar nicht auf, dass Frau Deichmann sich
verabschiedet. Sie wird aber auf Einladung der Familie B.,
wiederkommen. Spätestens dann wird Timmy ihr noch viele andere
Geschichten aus dem Kindergarten erzählen können.
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